Krankenkassen

Die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) soll das bisherige KV-System reformieren. Langfristige Verträge und bessere Vergütung bei optimaler Betreuung versprechen Ärzten und Patienten viele Vorteile. Wie genau Krankenkassen von einer Teilnahme im HZV-System profitieren können und welche möglichen Nachteile sich daraus ergeben, haben wir kurz zusammengefasst.

Erleichterte Verfahren für Krankenkassen

Nicht nur für Ärzte, sondern auch für Kassen ist die Bürokratie im gängigen KV-System bisweilen ein wahrer Albtraum. Verträge wollen verlängert, Abrechnungen verhandelt und Förderungen bewilligt werden. Unter den langwierigen Korrespondenzverfahren haben nicht nur Kassen, Ärzte und Patienten zu leiden, sie sind auch noch kontraproduktiv, da sie Arbeitsabläufe unnötig erschweren und Fehlentscheidungen begünstigen. Das HZV-System verspricht nun die lang erhoffte Veränderung und soll sowohl Ärzte als auch Krankenkassen bürokratisch entlasten, um eine optimale Versorgung und Betreuung zu gewährleisten.

Wer als Arzt Mitglied in der HZV ist, profitiert von langfristigen Verträgen, die auch für die Kassen von Vorteil sind, da ständige Neuaufsetzungen und Verhandlungen mit den Praxen auf diese Weise vermieden werden. Zeitgleich wird der Qualitätsstandard weiterhin aufrechterhalten, da sich die Ärzte zur regelmäßigen Teilnahme an Schulungen und Fortbildungen verpflichten. Auch die Patientendokumentation und Abrechnung mit den Ärzten wird durch das HZV-Modul in der Kassensoftware vereinfacht.

Optimale Versorgung spart Ressourcen

Nicht zuletzt ist auch die optimale und effiziente Behandlung des Patienten für die Krankenkassen von Vorteil. Fehldiagnosen kosten Geld und auch Behandlungsfehler können eine Reihe an Folgebehandlungen nach sich ziehen, die sich auf einfache Weise vermeiden lassen. Wie der Name schon besagt, steht bei der Hausarztzentrierten Versorgung der Hausarzt im Zentrum des Geschehens und koordiniert die Behandlung des Patienten mit konsultierten Fachärzten und Kliniken. Da der Hausarzt über die genaue Medikation und alle Beschwerden des Patienten im Bilde ist, können Wechselwirkungen und Unverträglichkeiten von Medikamenten gleich im Vorfeld ausgeschlossen werden. Auch überflüssige Untersuchungen gehören dank besserer Kommunikation unter den Ärzten der Vergangenheit an. Davon profitieren auch die Kassen: Durch die effiziente Behandlung werden unnötige Kosten vermieden und der allgemeine Arbeitsaufwand reduziert.

Genormte Jahrespauschalen in der Kritik

Ein Argument, das HZV-Gegner oft anführen, ist die genormte Jahrespauschale, die jeder Arzt in der HZV auch bei Nichterscheinen des Patienten ausgezahlt bekommt. Dieser Kostenpunkt ist im Vergleich zum KV-System jedoch hinfällig, da es für Ärzte gängige Praxis ist Patienten einmal im Quartal einzuberufen, was ebenfalls die Zahlung eines Pauschalbetrags durch die Versicherung zur Folge hat.

Die Hausarztzentrierte Versorgung schein also tatsächlich das zu halten, was sie verspricht: Ein reformiertes Kassensystem, bei dem alle Beteiligten gleichermaßen profitieren. Arbeitsschritte werden vereinfacht, Behandlungen optimiert – und am Ende sind nicht nur Ärzte und Patienten zufrieden, sondern auch die Kassen.

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